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die geschichte des jazz

teil 1: jazz ist die mutter der clubculture. die musik der afro amerikaner fand ursprünglich in zwielichtigen bars in st. louis und new orleans statt, in den bars der zuhälter, der prostituierten und der gangster. klingt recht romantisch und legendär, hat jedoch einen „tragischen“ hintergrund. der zutritt zu bars, theatern oder konzerthäusern war den schwarzen amerikanern lange zeit aus rassistischen gründen verboten. die einzigen, die ihnen auftrittsmöglichkeiten boten, waren barbesitzer aus der halb- und unterwelt. in diesen bars entwickelte sich eine musikkultur, die die musikszene in amerika und spätestens in den späten dreissigern auch in europa durch big bands von duke ellington, louis armstrong und co. aufrüttelte und große berühmtheit erlangte. im amerikanischen mainstream konnte sich diese musik, deren name noch nicht jazz war, sondern ragtime und später swing, nicht durchsetzen, weil es unmöglich war, den leuten schwarze gesichter als stars der amerikanischen musikkultur vorzusetzen. da die schwarze musik große berühmtheit erlangte, konnte man sie jedoch nicht mehr ignorieren und so haben diverse big bands den sprung in die radios und konzerthäuser geschafft. um das weisse publikum nicht zu schockieren, hatten die musiker und ihr anhang ausschliesslich zugang durch die hintertüren, was selbstverständlich zu viel aufruhr und krawall führte, da diese art des umgangs mit den schwarzen und ihrer musik eine neue art der ausbeutung und des rassismus darstellte. mit glenn miller und benny goodman wurden weisse musiker als stars inszeniert, die zwar berühmte und legendäre musik schufen, die aber bei weitem nicht so charismatisch waren, wie ihre originalen konterparts a lá sidney bechet, louis armstrong, bessie smith, duke ellington oder billie holiday. in den vierzigern hat sich die musik über ganz amerika verteilt und erlebte einen unglaublichen boom vor allem in new york. dort gab es viele clubs, musiker und radios und obendrein einige interessante plattenfirmen. und hier entwickelte sich der modern jazz, der unter dem spitznamen „be bop“ in die geschichte einging. nach den üblichen konzerten in den konzertsälen trafen sich die musiker in bars und jammten auf kleinen bühnen. tauschten noten und rhythmen aus, experimentierten in immer neuen, spontanen line ups und schufen so eine neue musikkultur, eine subkultur, die weitaus bewegender und atemberaubender war, als die shows in den großen theatern, denn hier entstand nacht für nacht neue musik. hier wurden permanent neue musiker entdeckt.



die bandleader waren oft überfordert von den vertrackten rhythmen, den neuen melodien und dem esprit, mit dem die jungen musiker in erscheinung traten. und so waren die nächtlichen sessions eine gute gelegenheit, all das, was man bei den revues und shows nicht spielen durfte, konsequent und radikal auszuprobieren. die bars waren recht bald komplett überfüllt, da sich schnell herumsprach, daß hier etwas neues, bisher nie gehörtes zeug gespielt wurde. diese jazzclubs waren die startrampe für musiker wie dizzy gillespie (s. poster links), miles davis, john coltrane und vor allem charlie parker, nach dem schon zu lebzeiten ein club und ein musikstudio benannt wurde, blue bird und birdland. die bars boten oft nicht mehr, als dreissig, höchstens vierzig leuten platz, so daß in new york viele legenden um das neue ding gesponnen wurden. parallel zur musik war das styling in den jazzbars ein großes thema, denn die musiker trugen sehr edle anzüge, prägten neue begriffe wie hipness und coolness und traten dementsprechend in erscheinung. der begriff hipster machte schnell seine runden. die stars der szene waren nun die, die in den bars ein kleines, äusserst begeistertes publikum in ihren bann zogen und nicht mehr die, die in den revues, shows und den boulevardmaga-zinen die plakatvitrinen und titelblätter zierten.

 

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